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Schloss Herrenhausen

Schloss Herrenhausen

Herrenhäuser Gespräche

20. Herrenhäuser Gespräch, 13. Juni, Schloss Herrenhausen

Wenn die Seele heimatlos wird - Ein Behandlungsversuch

Menschen erleben ihre eigene Kultur, ihre Werte und Normen als selbstverständlich, universell und identitätsstiftend. Die eigene Kultur als die Kultur der Eltern und Vorfahren wird stets am höchsten bewertet. Wanderungsbewegungen zwischen Kulturen verändern das Selbst der betroffenen Menschen und wirken sich auf ihre seelische Gesundheit aus. Vielen Migranten gelingt es, sich in ihre neue Umgebung gut einzufinden. Andere macht das Eintauchen in eine neue Kultur psychisch krank. Für sie ist es oft schwierig, die passende Behandlung zu finden. Die zu Rate gezogenen Experten sind in der Regel in den kulturtypischen Wissensbeständen ihres Fachs ausgebildet. Sie betrachten ihre Patienten aus ihrem eigenen kulturellen Blickwinkel.

Wie kann es uns gelingen, eine psychiatrische oder psychotherapeutische Versorgung von ethnischen Minoritäten und Migranten in Deutschland sicherzustellen, die von kultureller Kompetenz geprägt ist? Wie lassen sich Zugangsbarrieren zum Versorgungssystem abbauen? Wie können unsere stationären und ambulanten Dienste migrationsfreundlich aus- und umgebaut werden? Wie lassen sich trans- und interkulturelle Psychiatrie- und Psychotherapieangebote weiter ausbauen, und wie finden sie vermehrt Eingang in die Ausbildung? Stehen Psychiatrie und Psychotherapie angesichts der zunehmenden Pluralisierung der Welt vor einem grundlegenden Paradigmenwechsel?

Prof. Dr. phil. Helene Basu
Ethnologin (Universität Münster)

Dr. Ursula Krechel
Autorin u.a. „Landgericht“, Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2012

Prof. Dr. med. Wielant Machleidt
Psychiater, Psychotherapeut, Psychoanalytiker (Medizinische Hochschule Hannover)

Prof. Dr. Elmar Brähler
Medizinpsychologe (Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universität Leipzig)

Prof. Dr. Haci-Halil Uslucan
Psychologe (Universität Duisburg-Essen)

Moderation

Stephan Lohr (NDR Kultur) Dauer: ca. 60 Min.

Eine Veranstaltung der VolkswagenStiftung und von NDR Kultur in Kooperation mit den KunstFestSpielen Herrenhausen

ANMELDUNG ERBETEN UNTER herrenhaeusergespraeche@volkswagenstiftung.de

Das Gespräch wird vom NDR aufgezeichnet. Es wird gesendet von NDR Kultur auf 98,7 Mhz innerhalb der Reihe "Sonntagsstudio".

Mit den Herrenhäuser Gesprächen präsentieren die VolkswagenStiftung und NDR Kultur aktuelle Themen aus Wissenschaft und Kultur, die unsere Gesellschaft bewegen. Ganz im Sinne von Gottfried Wilhelm Leibniz positioniert sich Herrenhausen damit als ein Ort des intellektuellen Diskurses, der weit über die Grenzen der Stadt Hannover hinaus eine breite Öffentlichkeit zum Mit- und Nachdenken anregt.